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	<title>Kommentare zu: Die Novemberpogrome in Mariahilf</title>
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	<description>Stimmen für die Stille</description>
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		<title>Von: Gedenken, diskutieren, handeln. &#171; Mariahilfer Synagoge</title>
		<link>http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at/2008/11/10/die-novemberpogrome-in-wien/comment-page-1/#comment-193</link>
		<dc:creator>Gedenken, diskutieren, handeln. &#171; Mariahilfer Synagoge</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 00:04:18 +0000</pubDate>
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		<description>[...] hat Georg Schober schon vor einiger Zeit in einem Schreiben an Frau Kaufmann und im Beitrag &#8222;Die Novemberpogrome in Mariahilf&#8220; [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[&#8230;] hat Georg Schober schon vor einiger Zeit in einem Schreiben an Frau Kaufmann und im Beitrag &#8222;Die Novemberpogrome in Mariahilf&#8220; [&#8230;]</p>
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		<title>Von: admin</title>
		<link>http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at/2008/11/10/die-novemberpogrome-in-wien/comment-page-1/#comment-192</link>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 20:39:46 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr geehrter Herr Franer!

Selbstverst&#228;ndlich ver&#246;ffentlichen wir Ihr Schreiben wie ausgemacht auf der Site &lt;a href=&quot;http://mariahilfersynagoge.wordpress.com/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;&quot;Mariahilfer Synagoge&quot;&lt;/a&gt;. Allerdings wollen wir Ihren Beitrag bzw. unseren Schriftverkehr wegen der besseren Lesbarkeit optisch aufbereiten, wozu wir Sie noch bis zum Wochenende um Geduld bitten.

Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en
Petra &#214;llinger und Georg Schober</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Franer!</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich ver&#246;ffentlichen wir Ihr Schreiben wie ausgemacht auf der Site <a href="http://mariahilfersynagoge.wordpress.com/" rel="nofollow" class="liexternal">&#8222;Mariahilfer Synagoge&#8220;</a>. Allerdings wollen wir Ihren Beitrag bzw. unseren Schriftverkehr wegen der besseren Lesbarkeit optisch aufbereiten, wozu wir Sie noch bis zum Wochenende um Geduld bitten.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Petra &#214;llinger und Georg Schober</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Kilian Franer</title>
		<link>http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at/2008/11/10/die-novemberpogrome-in-wien/comment-page-1/#comment-191</link>
		<dc:creator>Kilian Franer</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 18:50:02 +0000</pubDate>
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		<description>Sehr geehrte Frau &#214;llinger,
sehr geehrter Herr Schober!

Sie haben v&#246;llig recht. Es „prangen“ Schmierereien an vielen Stellen – nicht nur – in Mariahilf. Dieses Problem geht weit &#252;ber den Anlassfall hinaus. Wobei m. E. keine allgemein g&#252;ltige f&#252;r alle Zukunft gesicherte L&#246;sung in Sicht ist, da es sich vermutlich nicht verhindern lassen wird, dass – wer auch immer, mit welcher Intention auch immer – Schmierereien an Geb&#228;uden oder sonstigen Objekten anbringt. Selbst mit einer 100%igen &#220;berwachung der &#214;ffentlichkeit lie&#223;e sich das nicht verhindern – vorausgesetzt man h&#228;lt eine solche &#252;berhaupt gesellschaftspolitisch f&#252;r w&#252;nschenswert. D. h., dass die Zust&#228;ndigen immer den Schmierereien hinten nach seien werden und es hier eine Art „Wettrennen“ gibt, bei dem die Schmierer immer die Nase vorne haben. Nicht verschwiegen werden soll, dass zur Beseitigung der Schmierereien erhebliche Steuer-Mittel eingesetzt werden m&#252;ss(t)en, die dann f&#252;r andere Aufgaben der &#246;ffentlichen Hand nicht zur Verf&#252;gung stehen bzw. st&#252;nden. Bekannt ist allerdings, dass es auch in Wien eine Privatinitiative gibt, wo Eine oder Einer, Schmierereien mit explizit rassistischen und/oder sexistischen Inhalt ebenso heimlich &#252;bermalt, wie diese angebracht wurden. Das kann man durchaus auch als zivilgesellschaftliches Handeln betrachten, das es nicht nur bei der Kritik an unerw&#252;nschten Zust&#228;nden bel&#228;sst. 

Alle - auch Ihre - Vorschl&#228;ge bez&#252;glich der Gedenktafel f&#252;r die Synagoge in der Schmalzhofgasse, werden bei der n&#228;chsten Sitzung der Kulturkommission besprochen werden, die dann mehrheitlich oder auch einstimmig &#252;ber die Empfehlung zur Realisierung entscheidet. Dar&#252;ber hinaus wird auch ein Antrag eingebracht, zur Anbringung einer neuen Erinnerungstafel f&#252;r das j&#252;dische Bethaus in der Stumpergasse.

Ich finde es sehr positiv, dass Sie sich zum jetzigen Zeitpunkt so intensiv mit dem Projekt „Erinnern f&#252;r die Zukunft“ auseinandersetzen. Wobei zu bemerken ist: Dieses soll mit heurigem Jahr praktisch abgeschlossen werden, da es ja bereits 2007 anl&#228;sslich des 70. Jahrestages - 2008 - der Macht&#252;bernahme der Nazis in &#214;sterreich bzw. der Reichspogromnacht gestartet wurde.

Die „Steine der Erinnerung“ von Dr. Elisabeth Ben David-Hindler – mit der wir uns auch intensiv beraten haben - sind ein sehr richtungweisendes Projekt. Dort betragen die Kosten einer Patenschaft 120,- Euro. Eine „Staffelung“ f&#252;r die Patenschaft ist dort eigentlich auch nicht vorgesehen. Es gibt dort die M&#246;glichkeit sog. „Bausteine“ zu erwerben (ab 18,- Euro aufw&#228;rts) oder auch in beliebiger H&#246;he zu spenden. Es d&#252;rfte Ihrer gesch&#228;tzten Aufmerksamkeit entgangen sein, dass das auch eine Option bei unserem Projekt ist (au&#223;er den Bausteinen). Die M&#246;glichkeit in beliebiger H&#246;he zu spenden, haben bei unserem Projekt auch etliche Menschen in Anspruch genommen. Sie steht auch Ihnen frei und wir freuen uns einen diesbez&#252;glichen Eingang auf unserem Konto (Nr. 323 7807, BLZ: 32000 - Raiffeisenlandesbank N&#214;-Wien, lautend auf Mariahilfer Kulturplattform – „Erinnern f&#252;r die Zukunft“) verbuchen zu d&#252;rfen.

Die H&#246;he von 150,- Euro f&#252;r eine Patenschaft wurde von der Projektkoordinatorin von „Erinnern f&#252;r die Zukunft“ vorgeschlagen. Ihre Begr&#252;ndung daf&#252;r war, dass damit ja nicht nur die Tafeln, ihre Befestigung in den Gehsteigen bzw. an Hausfassaden, sondern auch die kulturellen Begleitprogramme, mit finanziert werden sollen. Menschen, die sich nicht diesen Betrag leisten k&#246;nnen, wurde – wie erw&#228;hnt - die M&#246;glichkeit angeboten, in beliebiger H&#246;he zu spenden. Auch die M&#246;glichkeit eines Sponsorings &#252;ber die H&#246;he der Patenschaft hinaus ist m&#246;glich und ist auch in Anspruch genommen worden. Dieser Preisvorschlag ist dem ExpertInnen-Beirat von „Erinnern f&#252;r die Zukunft“ vorgelegt, von diesem eingehend er&#246;rtert und dann einhellig gut gehei&#223;en bzw. empfohlen worden. (Dem ExpertInnen-Beirat geh&#246;r[t]en die VertreterInnen der Opfergruppen des Nationalsozialismus an.) Die Kulturkommission der Bezirksvertretung hat sich einstimmig dieser Empfehlung angeschlossen ebenso die Bezirksvertretung. Auch wir s&#228;hen es gerne, wenn mehr als „nur“ 25 Menschen Patenschaften &#252;bernehmen. Es ist jede und jeder herzlich willkommen – auch Ihre Patenschaft. Dann w&#228;ren es schon 26 oder 27. Ich lade Sie auch herzlich dazu ein, wenn Ihnen das ein ernsthaftes Anliegen ist, f&#252;r die Patenschaften in ihrem Bekannten-, Verwandtschafts- und/oder Freundeskreis Werbung zu machen, um die Anzahl der PatInnen zu steigern. Ich meinerseits habe dies jedenfalls getan und dar&#252;ber hinaus wurde ich auch nicht m&#252;de, alle nur erdenklichen Finanzquellen f&#252;r das Projekt zu erschlie&#223;en, ohne die das Projekt, das als einziges in ganz &#214;sterreich zum Ziel hat namentlich ALLER OPFER des Nationalsozialismus in einem bestimmten Territorium (hier Mariahilf) zu gedenken. Kein anderer Bezirk und auch keine andere Stadt, oder Dorf in &#214;sterreich hat das bisher noch getan. Ich glaube nicht zu &#252;bertreiben, dass wir in Mariahif stolz darauf sein d&#252;rfen. Und ich hoffe, dass andere unserem Beispiel folgen und auch Sie uns bei diesem Bestreben aktiv unterst&#252;tzen werden.

Wie erw&#228;hnt, hat das Projekt „Erinnern f&#252;r die Zukunft&quot; im Jahr 2008 seinen H&#246;hepunkt gefunden, auch was die Veranstaltungen betrifft. Einen guten &#220;berblick &#252;ber das Projekt insgesamt und auch &#252;ber die Begleitveranstaltungen bietet auf 288 Seiten die Publikation „Erinnern f&#252;r die Zukunft&quot; (ISBN: 978-3-902672-18-6), die vorige Woche im Echomedia-Verlag Wien erschienen und in der Buchhandlung Thalia der &#214;ffentlichkeit vorgestellt worden ist. Es sind noch nicht alle Gedenkobjekte verlegt. Den aktuellen Stand resp. die noch ausst&#228;ndigen Verlegungen hat die Projektkoordinatorin Frau Mag.a Ulli Fuchs. Ich ersuche Sie, diesbez&#252;glich mit ihr Kontakt aufzunehmen (ulli.fuchs@tele2.at). Sie wird Ihnen gerne detaillierte Auskunft dar&#252;ber geben. Auch wir haben festgestllt, dass einige der verlegten Gedenkobjekte leider schwer lesbar sind. Wir haben deshalb mit den Erzeugern – das ist die Metallwerkst&#228;tte von „Jugend am Werk“ (in der benachteiligte Jugendliche arbeiten, die sonst vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen w&#228;ren) – Kontakt aufgenommen, damit dieser von uns reklamierte Mangel behoben wird. Gekl&#228;rt muss auch werden, ob es sich hier um einen Mangel bei der Produktion handelt, oder einer der ev. durch unsachgem&#228;&#223;e Verlegung – durch die einzige dazu im Bezirk befugte Baufirma – Zustande gekommen ist. Diese Kl&#228;rung ist sehr komplex, recht zeitraubend und daher bedauerlicher Weise noch offen. 

Die Gedenkobjekte werden von der Kulturabteilung der Stadt in denkmalpflegerische Obhut &#252;bernommen. D. h. sie werden gepflegt und gereinigt. Diese Reinigung erfolgt 2 Mal j&#228;hrlich und wird im Zuge der Leistung gemeinn&#252;tziger Arbeiten vom Verein „Neustart“ – der auch im Bezirk ans&#228;ssig ist – durchgef&#252;hrt. Die n&#228;chste Reinigung erfolgt im Fr&#252;hjahr 2010. Die von Ihnen monierten „unsch&#246;nen f&#228;rbigen Markierungslinien“ sind tats&#228;chlich unsch&#246;n. Sie dien(t)en der Markierung, wo die Betonbl&#246;cke mit den Objekten genau hin verlegt werden soll(t)en. Ob diese zu entfernen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich von meiner Ausbildung her weder Bautechniker, Chemiker o. &#228;. sondern Sozialwissenschafter bin. Aber vielleicht k&#246;nnen Sie in Erfahrung bringen, wie solche Markierungen mit einem vertretbaren Aufwand entfernt werden k&#246;nnten? Falls Ihnen das m&#246;glich ist, bitte teilen Sie es mir umgehend mit.

&#196;hnlich wie Antonio Gramsci bin ich &#252;brigens der Meinung, dass Zivilgesellschaft und Politik in einer Demokratie nicht zwei von einander zu trennende Sph&#228;ren sind. Der Begriff Zivilgesellschaft hat in der heutigen wissenschaftlichen und &#246;ffentlichen Diskussion im Wesentlichen zwei Bedeutungen: Zum einen bezeichnet er einen Bereich innerhalb einer Gesellschaft, der zwischen staatlicher, wirtschaftlicher und privater Sph&#228;re entstanden ist – oder auch: zwischen Staat, Markt und Familie. Der Bereich wird als &#246;ffentlicher Raum gesehen. Zum anderen wird mit „Zivilgesellschaft“ eine Entwicklungsrichtung von Gesellschaften bezeichnet, die mit Zivilisierung und Demokratisierung umschrieben werden kann. In diesem Diskussionsstrang wird oft der Begriff B&#252;rgergesellschaft (korrekt m&#252;sste es „B&#252;rgerInnengesellschaft“ hei&#223;en) gleichbedeutend verwendet. Dabei verschwimmen h&#228;ufig die Grenzen zwischen einer Beschreibung und Erkl&#228;rung dieses Trends einerseits und der Forderung nach seiner Unterst&#252;tzung andererseits, d. h. „Zivilgesellschaft“ wird zur politischen Forderung im Sinne von „mehr Demokratie“. Der Begriff „B&#252;rgerschaftliches Engagement“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf zwei Aktivit&#228;ten, die mit diesen beiden Bedeutungen von Zivilgesellschaft angesprochen sind: Zum einen das gemeinsame Engagement von B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern zur L&#246;sung kleinerer oder gr&#246;&#223;erer Probleme, die weder von Staat noch Markt noch Familie ausreichend l&#246;sbar sind („mit anpacken“), und zum anderen die politische Einflussnahme von B&#252;rgern auf Staat und Markt („mitbestimmen“) – siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilgesellschaft . D. h. hier geht es nicht um das Verharren in der Kritik an bestimmten Zu- oder Umst&#228;nden, sondern darum, durch eigenes Zutun auch etwas zu &#228;ndern. Wenig hilfreich ist – um wieder auf die Gedenktafel in der Schmalzhofgasse zur&#252;ckzukommen – Fotos von dieser Tafel anzufertigen und sie zu ver&#246;ffentlichen, 	OHNE auch das geringste konstruktiv zur raschen und zielf&#252;hrenden Beseitigung dieses Missstandes beizutragen, nicht einmal einen Vorschlag; so wie wir es in einer der letzten Ausgaben einer Bezirkszeitung sehen konnten. Dort hat der Obmann der Mariahilfer &#214;VP diese Vorgangsweise gew&#228;hlt und bis heute noch keinen konkreten Verbesserungsvorschlag, geschweige denn Aktivit&#228;ten im Sinne des „mit anpacken“ der „B&#252;rgergesellschaft“ (Andreas Khol, &#214;VP) geleistet. Damit wird unserer gemeinsamen Sache leider nicht wirklich gedient.

Ich gehe davon aus, dass Ihnen beide Aspekte des zivilgeselschaftlichen Engagements wichtig sind: Das Mitbestimmen haben Sie ja mit Ihren Diskussionsbeitr&#228;gen durchaus entriert. Zum zweiten lade ich Sie im Sinne der „B&#252;rgerInnengesellschaft“ auch ein „mit anzupacken“ und dieses nicht nur anderen zu &#252;berlassen.

Gl&#252;cklicherweise haben sich die Erinnerungsprojekte der &#246;sterreichischen Zivilgesellschaft – die mitbestimmen und mit anpacken –  in j&#252;ngerer Vergangenheit entschlossen, nicht mehr nebeneinander oder gar gegeneinander zu arbeiten, sondern sich wechselweise vernetzen. Ich habe das von Anfang an aktiv unterst&#252;tz und initiiert, dass diese Vernetzungstreffen in „unserem“ Bezirksmuseum stattfinden k&#246;nnen. Ich darf die Einladung an Sie aussprechen, zum n&#228;chsten Treffen der &#246;sterreichischen Erinnerungsprojekte, am 2. Dezember 2009, 18.30-20.30 Uhr im Bezirksmuseum Mariahilf (Mollardgasse 8, 1060 Wien). Dort bietet sich die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit anderen einschl&#228;gig engagierten Menschen aus ganz &#214;sterreich. Das ist sicher ein wesentlicher Beitrag zur Diskussionskultur, der auch andere Menschen zur Ideenfindung anregen kann. Denn ich glaube auch, dass gerade wenn es um Fragen im Wohnumfeld geht, pers&#246;nliche Gespr&#228;che à la longue Zielf&#252;hrender, kommunikativer, Gegenstands angemessener und auch weniger zeitraubend sind, als ausschlie&#223;lich lange E-Mails und/oder Internet-Blog-Eintr&#228;ge. Ich glaube mit Ihnen eins zu sein, dass wir nicht PhilosophInnen sein wollen, die die Welt nur (verschieden?) interpretieren, wir wollen sie ja auch ver&#228;ndern.

Mit kollegialem Gru&#223;
Kilian Franer

PS: Gerne k&#246;nnen Sie dieses Schreiben ungek&#252;rzt im Internet ver&#246;ffentlichen. 

PPS: Da meine Stellungnahme nicht von Ihnen im Internet ver&#246;ffentlicht worden ist, tue ich das hiermit selbst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Frau &#214;llinger,<br />
sehr geehrter Herr Schober!</p>
<p>Sie haben v&#246;llig recht. Es „prangen“ Schmierereien an vielen Stellen – nicht nur – in Mariahilf. Dieses Problem geht weit &#252;ber den Anlassfall hinaus. Wobei m. E. keine allgemein g&#252;ltige f&#252;r alle Zukunft gesicherte L&#246;sung in Sicht ist, da es sich vermutlich nicht verhindern lassen wird, dass – wer auch immer, mit welcher Intention auch immer – Schmierereien an Geb&#228;uden oder sonstigen Objekten anbringt. Selbst mit einer 100%igen &#220;berwachung der &#214;ffentlichkeit lie&#223;e sich das nicht verhindern – vorausgesetzt man h&#228;lt eine solche &#252;berhaupt gesellschaftspolitisch f&#252;r w&#252;nschenswert. D. h., dass die Zust&#228;ndigen immer den Schmierereien hinten nach seien werden und es hier eine Art „Wettrennen“ gibt, bei dem die Schmierer immer die Nase vorne haben. Nicht verschwiegen werden soll, dass zur Beseitigung der Schmierereien erhebliche Steuer-Mittel eingesetzt werden m&#252;ss(t)en, die dann f&#252;r andere Aufgaben der &#246;ffentlichen Hand nicht zur Verf&#252;gung stehen bzw. st&#252;nden. Bekannt ist allerdings, dass es auch in Wien eine Privatinitiative gibt, wo Eine oder Einer, Schmierereien mit explizit rassistischen und/oder sexistischen Inhalt ebenso heimlich &#252;bermalt, wie diese angebracht wurden. Das kann man durchaus auch als zivilgesellschaftliches Handeln betrachten, das es nicht nur bei der Kritik an unerw&#252;nschten Zust&#228;nden bel&#228;sst. </p>
<p>Alle &#8211; auch Ihre &#8211; Vorschl&#228;ge bez&#252;glich der Gedenktafel f&#252;r die Synagoge in der Schmalzhofgasse, werden bei der n&#228;chsten Sitzung der Kulturkommission besprochen werden, die dann mehrheitlich oder auch einstimmig &#252;ber die Empfehlung zur Realisierung entscheidet. Dar&#252;ber hinaus wird auch ein Antrag eingebracht, zur Anbringung einer neuen Erinnerungstafel f&#252;r das j&#252;dische Bethaus in der Stumpergasse.</p>
<p>Ich finde es sehr positiv, dass Sie sich zum jetzigen Zeitpunkt so intensiv mit dem Projekt „Erinnern f&#252;r die Zukunft“ auseinandersetzen. Wobei zu bemerken ist: Dieses soll mit heurigem Jahr praktisch abgeschlossen werden, da es ja bereits 2007 anl&#228;sslich des 70. Jahrestages &#8211; 2008 &#8211; der Macht&#252;bernahme der Nazis in &#214;sterreich bzw. der Reichspogromnacht gestartet wurde.</p>
<p>Die „Steine der Erinnerung“ von Dr. Elisabeth Ben David-Hindler – mit der wir uns auch intensiv beraten haben &#8211; sind ein sehr richtungweisendes Projekt. Dort betragen die Kosten einer Patenschaft 120,- Euro. Eine „Staffelung“ f&#252;r die Patenschaft ist dort eigentlich auch nicht vorgesehen. Es gibt dort die M&#246;glichkeit sog. „Bausteine“ zu erwerben (ab 18,- Euro aufw&#228;rts) oder auch in beliebiger H&#246;he zu spenden. Es d&#252;rfte Ihrer gesch&#228;tzten Aufmerksamkeit entgangen sein, dass das auch eine Option bei unserem Projekt ist (au&#223;er den Bausteinen). Die M&#246;glichkeit in beliebiger H&#246;he zu spenden, haben bei unserem Projekt auch etliche Menschen in Anspruch genommen. Sie steht auch Ihnen frei und wir freuen uns einen diesbez&#252;glichen Eingang auf unserem Konto (Nr. 323 7807, BLZ: 32000 &#8211; Raiffeisenlandesbank N&#214;-Wien, lautend auf Mariahilfer Kulturplattform – „Erinnern f&#252;r die Zukunft“) verbuchen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Die H&#246;he von 150,- Euro f&#252;r eine Patenschaft wurde von der Projektkoordinatorin von „Erinnern f&#252;r die Zukunft“ vorgeschlagen. Ihre Begr&#252;ndung daf&#252;r war, dass damit ja nicht nur die Tafeln, ihre Befestigung in den Gehsteigen bzw. an Hausfassaden, sondern auch die kulturellen Begleitprogramme, mit finanziert werden sollen. Menschen, die sich nicht diesen Betrag leisten k&#246;nnen, wurde – wie erw&#228;hnt &#8211; die M&#246;glichkeit angeboten, in beliebiger H&#246;he zu spenden. Auch die M&#246;glichkeit eines Sponsorings &#252;ber die H&#246;he der Patenschaft hinaus ist m&#246;glich und ist auch in Anspruch genommen worden. Dieser Preisvorschlag ist dem ExpertInnen-Beirat von „Erinnern f&#252;r die Zukunft“ vorgelegt, von diesem eingehend er&#246;rtert und dann einhellig gut gehei&#223;en bzw. empfohlen worden. (Dem ExpertInnen-Beirat geh&#246;r[t]en die VertreterInnen der Opfergruppen des Nationalsozialismus an.) Die Kulturkommission der Bezirksvertretung hat sich einstimmig dieser Empfehlung angeschlossen ebenso die Bezirksvertretung. Auch wir s&#228;hen es gerne, wenn mehr als „nur“ 25 Menschen Patenschaften &#252;bernehmen. Es ist jede und jeder herzlich willkommen – auch Ihre Patenschaft. Dann w&#228;ren es schon 26 oder 27. Ich lade Sie auch herzlich dazu ein, wenn Ihnen das ein ernsthaftes Anliegen ist, f&#252;r die Patenschaften in ihrem Bekannten-, Verwandtschafts- und/oder Freundeskreis Werbung zu machen, um die Anzahl der PatInnen zu steigern. Ich meinerseits habe dies jedenfalls getan und dar&#252;ber hinaus wurde ich auch nicht m&#252;de, alle nur erdenklichen Finanzquellen f&#252;r das Projekt zu erschlie&#223;en, ohne die das Projekt, das als einziges in ganz &#214;sterreich zum Ziel hat namentlich ALLER OPFER des Nationalsozialismus in einem bestimmten Territorium (hier Mariahilf) zu gedenken. Kein anderer Bezirk und auch keine andere Stadt, oder Dorf in &#214;sterreich hat das bisher noch getan. Ich glaube nicht zu &#252;bertreiben, dass wir in Mariahif stolz darauf sein d&#252;rfen. Und ich hoffe, dass andere unserem Beispiel folgen und auch Sie uns bei diesem Bestreben aktiv unterst&#252;tzen werden.</p>
<p>Wie erw&#228;hnt, hat das Projekt „Erinnern f&#252;r die Zukunft&#8220; im Jahr 2008 seinen H&#246;hepunkt gefunden, auch was die Veranstaltungen betrifft. Einen guten &#220;berblick &#252;ber das Projekt insgesamt und auch &#252;ber die Begleitveranstaltungen bietet auf 288 Seiten die Publikation „Erinnern f&#252;r die Zukunft&#8220; (ISBN: 978-3-902672-18-6), die vorige Woche im Echomedia-Verlag Wien erschienen und in der Buchhandlung Thalia der &#214;ffentlichkeit vorgestellt worden ist. Es sind noch nicht alle Gedenkobjekte verlegt. Den aktuellen Stand resp. die noch ausst&#228;ndigen Verlegungen hat die Projektkoordinatorin Frau Mag.a Ulli Fuchs. Ich ersuche Sie, diesbez&#252;glich mit ihr Kontakt aufzunehmen (ulli.fuchs@tele2.at). Sie wird Ihnen gerne detaillierte Auskunft dar&#252;ber geben. Auch wir haben festgestllt, dass einige der verlegten Gedenkobjekte leider schwer lesbar sind. Wir haben deshalb mit den Erzeugern – das ist die Metallwerkst&#228;tte von „Jugend am Werk“ (in der benachteiligte Jugendliche arbeiten, die sonst vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen w&#228;ren) – Kontakt aufgenommen, damit dieser von uns reklamierte Mangel behoben wird. Gekl&#228;rt muss auch werden, ob es sich hier um einen Mangel bei der Produktion handelt, oder einer der ev. durch unsachgem&#228;&#223;e Verlegung – durch die einzige dazu im Bezirk befugte Baufirma – Zustande gekommen ist. Diese Kl&#228;rung ist sehr komplex, recht zeitraubend und daher bedauerlicher Weise noch offen. </p>
<p>Die Gedenkobjekte werden von der Kulturabteilung der Stadt in denkmalpflegerische Obhut &#252;bernommen. D. h. sie werden gepflegt und gereinigt. Diese Reinigung erfolgt 2 Mal j&#228;hrlich und wird im Zuge der Leistung gemeinn&#252;tziger Arbeiten vom Verein „Neustart“ – der auch im Bezirk ans&#228;ssig ist – durchgef&#252;hrt. Die n&#228;chste Reinigung erfolgt im Fr&#252;hjahr 2010. Die von Ihnen monierten „unsch&#246;nen f&#228;rbigen Markierungslinien“ sind tats&#228;chlich unsch&#246;n. Sie dien(t)en der Markierung, wo die Betonbl&#246;cke mit den Objekten genau hin verlegt werden soll(t)en. Ob diese zu entfernen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich von meiner Ausbildung her weder Bautechniker, Chemiker o. &#228;. sondern Sozialwissenschafter bin. Aber vielleicht k&#246;nnen Sie in Erfahrung bringen, wie solche Markierungen mit einem vertretbaren Aufwand entfernt werden k&#246;nnten? Falls Ihnen das m&#246;glich ist, bitte teilen Sie es mir umgehend mit.</p>
<p>&#196;hnlich wie Antonio Gramsci bin ich &#252;brigens der Meinung, dass Zivilgesellschaft und Politik in einer Demokratie nicht zwei von einander zu trennende Sph&#228;ren sind. Der Begriff Zivilgesellschaft hat in der heutigen wissenschaftlichen und &#246;ffentlichen Diskussion im Wesentlichen zwei Bedeutungen: Zum einen bezeichnet er einen Bereich innerhalb einer Gesellschaft, der zwischen staatlicher, wirtschaftlicher und privater Sph&#228;re entstanden ist – oder auch: zwischen Staat, Markt und Familie. Der Bereich wird als &#246;ffentlicher Raum gesehen. Zum anderen wird mit „Zivilgesellschaft“ eine Entwicklungsrichtung von Gesellschaften bezeichnet, die mit Zivilisierung und Demokratisierung umschrieben werden kann. In diesem Diskussionsstrang wird oft der Begriff B&#252;rgergesellschaft (korrekt m&#252;sste es „B&#252;rgerInnengesellschaft“ hei&#223;en) gleichbedeutend verwendet. Dabei verschwimmen h&#228;ufig die Grenzen zwischen einer Beschreibung und Erkl&#228;rung dieses Trends einerseits und der Forderung nach seiner Unterst&#252;tzung andererseits, d. h. „Zivilgesellschaft“ wird zur politischen Forderung im Sinne von „mehr Demokratie“. Der Begriff „B&#252;rgerschaftliches Engagement“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf zwei Aktivit&#228;ten, die mit diesen beiden Bedeutungen von Zivilgesellschaft angesprochen sind: Zum einen das gemeinsame Engagement von B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern zur L&#246;sung kleinerer oder gr&#246;&#223;erer Probleme, die weder von Staat noch Markt noch Familie ausreichend l&#246;sbar sind („mit anpacken“), und zum anderen die politische Einflussnahme von B&#252;rgern auf Staat und Markt („mitbestimmen“) – siehe auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilgesellschaft" rel="nofollow" class="liwikipedia">http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilgesellschaft</a> . D. h. hier geht es nicht um das Verharren in der Kritik an bestimmten Zu- oder Umst&#228;nden, sondern darum, durch eigenes Zutun auch etwas zu &#228;ndern. Wenig hilfreich ist – um wieder auf die Gedenktafel in der Schmalzhofgasse zur&#252;ckzukommen – Fotos von dieser Tafel anzufertigen und sie zu ver&#246;ffentlichen, 	OHNE auch das geringste konstruktiv zur raschen und zielf&#252;hrenden Beseitigung dieses Missstandes beizutragen, nicht einmal einen Vorschlag; so wie wir es in einer der letzten Ausgaben einer Bezirkszeitung sehen konnten. Dort hat der Obmann der Mariahilfer &#214;VP diese Vorgangsweise gew&#228;hlt und bis heute noch keinen konkreten Verbesserungsvorschlag, geschweige denn Aktivit&#228;ten im Sinne des „mit anpacken“ der „B&#252;rgergesellschaft“ (Andreas Khol, &#214;VP) geleistet. Damit wird unserer gemeinsamen Sache leider nicht wirklich gedient.</p>
<p>Ich gehe davon aus, dass Ihnen beide Aspekte des zivilgeselschaftlichen Engagements wichtig sind: Das Mitbestimmen haben Sie ja mit Ihren Diskussionsbeitr&#228;gen durchaus entriert. Zum zweiten lade ich Sie im Sinne der „B&#252;rgerInnengesellschaft“ auch ein „mit anzupacken“ und dieses nicht nur anderen zu &#252;berlassen.</p>
<p>Gl&#252;cklicherweise haben sich die Erinnerungsprojekte der &#246;sterreichischen Zivilgesellschaft – die mitbestimmen und mit anpacken –  in j&#252;ngerer Vergangenheit entschlossen, nicht mehr nebeneinander oder gar gegeneinander zu arbeiten, sondern sich wechselweise vernetzen. Ich habe das von Anfang an aktiv unterst&#252;tz und initiiert, dass diese Vernetzungstreffen in „unserem“ Bezirksmuseum stattfinden k&#246;nnen. Ich darf die Einladung an Sie aussprechen, zum n&#228;chsten Treffen der &#246;sterreichischen Erinnerungsprojekte, am 2. Dezember 2009, 18.30-20.30 Uhr im Bezirksmuseum Mariahilf (Mollardgasse 8, 1060 Wien). Dort bietet sich die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit anderen einschl&#228;gig engagierten Menschen aus ganz &#214;sterreich. Das ist sicher ein wesentlicher Beitrag zur Diskussionskultur, der auch andere Menschen zur Ideenfindung anregen kann. Denn ich glaube auch, dass gerade wenn es um Fragen im Wohnumfeld geht, pers&#246;nliche Gespr&#228;che à la longue Zielf&#252;hrender, kommunikativer, Gegenstands angemessener und auch weniger zeitraubend sind, als ausschlie&#223;lich lange E-Mails und/oder Internet-Blog-Eintr&#228;ge. Ich glaube mit Ihnen eins zu sein, dass wir nicht PhilosophInnen sein wollen, die die Welt nur (verschieden?) interpretieren, wir wollen sie ja auch ver&#228;ndern.</p>
<p>Mit kollegialem Gru&#223;<br />
Kilian Franer</p>
<p>PS: Gerne k&#246;nnen Sie dieses Schreiben ungek&#252;rzt im Internet ver&#246;ffentlichen. </p>
<p>PPS: Da meine Stellungnahme nicht von Ihnen im Internet ver&#246;ffentlicht worden ist, tue ich das hiermit selbst.</p>
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		<title>Von: Ruhe- und Therapiepark Mariahilf &#187; Blog Archive &#187; Vom konsequenten Nachhaken</title>
		<link>http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at/2008/11/10/die-novemberpogrome-in-wien/comment-page-1/#comment-137</link>
		<dc:creator>Ruhe- und Therapiepark Mariahilf &#187; Blog Archive &#187; Vom konsequenten Nachhaken</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 13:22:40 +0000</pubDate>
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		<title>Von: Vom konsequenten Nachhaken &#8211; Eine politische Realsatire</title>
		<link>http://www.ruhe-und-therapiepark-mariahilf.at/2008/11/10/die-novemberpogrome-in-wien/comment-page-1/#comment-136</link>
		<dc:creator>Vom konsequenten Nachhaken &#8211; Eine politische Realsatire</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 10:18:51 +0000</pubDate>
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